Golem Builder
DAG-Builder · Kausalannahmen · Datensimulation · brms/glmmTMB-Code
© Dr. Rainer DĂŒsing · Interactive Tools by Claude
Schritt 1: DAG aufbauen
DAG-ZeichenflÀche
Golem Builder FĂŒge Variablen in der Seitenleiste hinzu,
dann klicke auf Knoten, um Kanten zu ziehen.
Normal
Exposition (X)
Outcome (Y)
Adjustierungsset
Collider
Latent (U)
Kausalanalyse
Effekt von Interesse:
⏥ → G-Comp Builder (oben rechts) ĂŒbernimmt DAG-Struktur, Exposition, Outcome, Adjustierungsset, Mediatoren, vorgeschlagene Formel — und die hier gewĂ€hlte Effektart (Totaler/Direkter Effekt) — automatisch. Dort werden dann die konkreten kausalen Effekte (ATE, ATT, Dosis-Wirkungs-Kurve, 
) berechnet.
MUSS kontrollieren
    DARF NICHT kontrollieren
      KANN kontrollieren
        Alle Pfade
        Jede Aussage A ⊄⊄ B | Z muss empirisch ĂŒberprĂŒfbar sein — sie sagt aus, dass A und B bedingt unabhĂ€ngig sind, wenn man fĂŒr Z kontrolliert (z.B. per Partialkorrelation oder Chi-Quadrat-Test). Stimmen die Daten nicht damit ĂŒberein, ist der DAG falsch spezifiziert.
        Mindestens 3 Knoten benötigt.
        Spezifiziere fĂŒr jede Kante einen Regressionskoeffizienten (ÎČ) und fĂŒr jede Wurzelvariable (ohne Elternknoten) eine Verteilung. Klicke danach auf einen der Code-Generatoren.
        Kantengewichte (ÎČ)
        Von→ NachÎČ×W (Moderator)ÎČ_int
        Wurzelknoten-Verteilungen
        VariableVerteilungMittelwert / pSD / –
        Simulationseinstellungen
        💡 Selbst ausprobieren — Bias sichtbar machen:
        Generiere die simulierten Daten, dann verÀndere die Modellformel und beobachte was passiert:
         Â· Confounder weglassen (aus brms/glmmTMB-Code entfernen) → ÎČ(X) wird verzerrt (Confounding Bias)
         Â· Collider aufnehmen (zur Formel hinzufĂŒgen) → öffnet Scheinassoziation zwischen X und Y (Berkson Bias)
         Â· Mediator kontrollieren bei totalem Effekt → unterschĂ€tzt ÎČ(X), weil der indirekte Pfad blockiert wird
        Der wahre ÎČ steht im Simulationscode — vergleiche ihn mit dem SchĂ€tzer im gefitteten Modell!
        Konzepte
        DAG
        Was ist ein DAG?
        Ein Directed Acyclic Graph (gerichteter azyklischer Graph) kodiert Kausalannahmen explizit. Pfeile zeigen die Richtung kausaler EinflĂŒsse – kein Pfad darf in sich selbst zurĂŒckfĂŒhren. DAGs zwingen uns, unsere Annahmen offenzulegen, bevor wir Modelle bauen (McElreath 2020, Kap. 5–6).
        Confounder
        Confounder (Gabel / Fork)
        Eine gemeinsame Ursache Z von X und Y erzeugt eine Scheinkorrelation zwischen X und Y. Die Struktur Z → X und Z → Y heißt Fork. Ohne Kontrolle von Z ist der SchĂ€tzer fĂŒr X → Y verzerrt. Das Backdoor-Kriterium verlangt, Z in die Regression aufzunehmen.
        Collider
        Wenn X → C ← Y, ist C ein Collider. Der Pfad X – C – Y ist normalerweise blockiert. Wenn wir auf C konditionieren (es kontrollieren oder restringieren), öffnen wir diesen Pfad und erzeugen eine artifizielle Assoziation zwischen X und Y – Berkson's Bias. Collider dĂŒrfen NICHT kontrolliert werden.
        Mediator
        Mediator (Kette / Chain)
        In einer Kette X → M → Y ist M ein Mediator. Kontrollieren von M blockiert den kausalen Pfad von X nach Y – wir wĂŒrden den totalen kausalen Effekt unterschĂ€tzen. Mediatoren werden meist nicht kontrolliert, außer man möchte explizit den direkten Effekt schĂ€tzen.
        Backdoor
        Ein Adjustierungsset Z erfĂŒllt das Backdoor-Kriterium fĂŒr X → Y, wenn Z (1) alle HintertĂŒr-Pfade von X nach Y blockiert und (2) keine Nachkommen von X enthĂ€lt. Ein HintertĂŒr-Pfad beginnt mit einem Pfeil, der in X hineinzeigt. Dieses Kriterium ist die formale Grundlage fĂŒr valide KausalschĂ€tzung aus Beobachtungsdaten.
        Simulation
        Simulierte Daten als Goldstandard
        Wenn wir den datengenerierenden Prozess selbst schreiben, kennen wir die wahren Kausaleffekte. So können wir prĂŒfen: SchĂ€tzt unser Modell den richtigen Wert? Bias durch Collider oder fehlende Confounderkontrolle wird sichtbar. Simulation ist das wichtigste Werkzeug zum Verstehen kausaler Modelle.

        Eine Instrumentalvariable Z erlaubt kausale Identifikation auch dann, wenn ein ungemessener Confounder U existiert. Z muss drei Bedingungen erfĂŒllen: (1) Relevanz: Z→X (Z beeinflusst die Exposition), (2) Exklusion: Z hat keinen direkten Effekt auf Y außer ĂŒber X, (3) UnabhĂ€ngigkeit: Z teilt keine gemeinsamen Ursachen mit Y (Z ist unabhĂ€ngig von U).

        Frequentistisch: Two-Stage Least Squares (2SLS) via ivreg(Y ~ X | Z). Bayesianisch: Joint-Modell beider Gleichungen mit korrelierten Residuen — rescor = TRUE schĂ€tzt ρ (KonfundierungsstĂ€rke durch U) direkt als Posterior.

        Angrist & Pischke (2009). Mostly Harmless Econometrics. Princeton UP. — McElreath (2020). Statistical Rethinking, Kap. 15.

        Wenn U X und Y konfundiert, aber ein Mediator M existiert mit (1) M auf allen Pfaden X→Y, (2) kein Backdoor X→M, (3) alle Backdoors M→Y durch X blockiert — dann ist der kausale Effekt ohne U zu messen identifizierbar.

        Front Door Formel: P(Y|do(X)) = ÎŁm P(M|X) · ÎŁx' P(Y|M,X=x') · P(X=x'). Im linearen Fall: ÎČ_FD = ÎČ_XM × ÎČ_MY, wobei ÎČ_MY durch Kontrolle fĂŒr X geschĂ€tzt wird (X blockt M←X←U→Y).

        Bayesianisch: multivariates brms-Modell mit rescor = FALSE liefert die gemeinsame Posteriori von ÎČ_XM und ÎČ_MY — deren Produkt ist der kausale Gesamteffekt als volle Posterior-Verteilung.

        Pearl (2009). Causality, Kap. 3.3. Cambridge UP. — Pearl, Glymour & Jewell (2016). Causal Inference in Statistics: A Primer. Wiley.

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