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Hilfe
① Posterior Draws importieren
⬆
CSV-Datei ablegen oder klicken
Spalten = Parameter, Zeilen = Draws (z.B. as_draws_df() Output)
Verfügbare Spalten (klicken zum Kopieren)
▸ R-Code: Draws exportieren (brms · G-Computation)▶
# ── 1 · Standard: Parameter-Draws aus brms ──────────────────────────────────
# Geeignet für lineare Modelle (Gaussian family, Identity-Link).
library(brms)
draws <- as_draws_df(fit) # alle Parameter als data.frame
draws_clean <- dplyr::select(draws,
starts_with("b_"), sigma) # nur relevante Spalten — anpassen!
write.csv(draws_clean, "draws.csv", row.names = FALSE)
# Stan: posterior::as_draws_df(fit$draws())
# rstanarm: as.data.frame(fit)
# ── 2 · G-Computation-Draws aus brms (ATE) ──────────────────────────────────
# Verwende diese Option wenn dein Modell einen GLM-Link nutzt (Logit, Log etc.).
# Rohe β-Draws liegen dann auf der Link-Skala — inhaltlich oft falsch.
# G-Computation-Draws liegen immer auf der Response-Skala (z. B. Prozentpunkte).
# Hinweis: Dieser Code schätzt nur den ATE (gesamte Population).
# Für ATT oder ATU: siehe Causal Calculator → Abschnitt 5 & 6.
library(marginaleffects)
comp <- avg_comparisons(fit_gc, variables = "A") # ATE: gesamte Population
comp # Zusammenfassung: Median + 95% CI
# posteriordraws() extrahiert die Draw-Verteilung direkt aus comp:
ate_post <- posteriordraws(comp)$draw
# ⚠ Rohe Parameter-Draws (z. B. β_A) NICHT verwenden: bei GLMs oder
# Interaktionen liegen diese auf der falschen Skala. Nur G-Computation-Draws
# (aus posteriordraws(avg_comparisons(...))) sind inhaltlich korrekt.
write.csv(
data.frame(draw = ate_post),
"ate_draws.csv",
row.names = FALSE
)
# Dann hier hochladen — die Spalte heißt "draw".
② Analysevariablen definieren
③ Einstellungen
Credible Interval (CrI)
95% — Kruschkes Standard, weit verbreitet in Publikationen
Intervall anzeigen (Plot)
HDI = kürzestes Intervall. Besonders aussagekräftig bei schiefen Posteriors.
Entscheidungsregel (ROPE-Logik)
Kruschke: HDI vollständig außerhalb → Effekt; vollständig innen → Null.
Full-ROPE Schwellenwert
% — Effekt wenn < Schwelle, Null wenn > (100 − Schwelle)
2.5% → Effekt wenn <2.5% in ROPE, Null wenn >97.5% in ROPE
Zuerst eine CSV laden und mindestens eine Variable definieren
④ Ergebnisse
Übersicht alle Variablen
Variable
Einheit
n Draws
Median
HDI lo
HDI hi
ETI lo
ETI hi
ROPE lo
ROPE hi
ROPE %
pd %
Entscheidung
▸ R-Code: bayestestR für alle Variablen▶
⑤ Befundbericht
Variable auswählen:
Sprachlich anpassen und mit inhaltlichem Kontext ergänzen vor der Übernahme in eine Publikation.
Hintergrundwissen
Warum Posterior Draws?
Statt Parameterschätzungen zusammenzufassen, enthält der Posterior die vollständige Unsicherheit. Jeder Draw ist ein plausibler Parameterwert — aus dem Gesamtbild lassen sich HDI, ROPE und jede erdenkliche Transformation berechnen, ohne Normal-Annahme.
HDI vs. ETI
Das HDI (Highest Density Interval) ist das kürzeste Intervall mit X% der Masse — ideal bei schiefen Posteriors. Das ETI (Equal-Tailed Interval) basiert auf Quantilen und ist invariant unter monotonen Transformationen. Bei symmetrischen Posteriors sind beide identisch.
ROPE & SESOI
Die Region of Practical Equivalence (ROPE) definiert einen Bereich um die Null, der praktisch bedeutungslos wäre. Er entspricht dem Smallest Effect Size of Interest (SESOI). Lakens (2018) empfiehlt: bei standardisierten Effekten ROPE = [−0.1, 0.1] als Ausgangspunkt.
Kruschke-Entscheidung
Kruschkes trichotome Logik: Liegt das HDI vollständig außerhalb der ROPE → Effekt vorhanden. Liegt es vollständig innerhalb → praktisch null. Sonst → Urteil zurückhalten. Dieses Vorgehen vermeidet binäre p-Wert-Logik und quantifiziert Unsicherheit explizit.
Transformationen & Link-Funktionen
Bei Modellen mit Log-Link (Poisson, Gamma) oder Logit-Link (Binomial) liegen Koeffizienten nicht auf der Originalskala. exp(b) ergibt Rate/Odds Ratios, plogis(b) Wahrscheinlichkeiten. Entscheidungen immer auf der inhaltlich sinnvollen Skala treffen.
Abgeleitete Größen (Cohen's d)
Der Vorteil echter Draws: beliebige Größen berechenbar. Cohen's d als b_treatment / sigma propagiert Unsicherheit über beide Parameter. Das ergebende HDI ist ein vollständig Bayesianisches Konfidenzband für den standardisierten Effekt — kein Standardfehler-Delta nötig.